Die Technik der
Miniaturen-/Lupenmalerei
Die Vorzeichnung mit Rasterübertrag
MArisa Schmitt-VIassone malte immer ohne hilfsmittel – ihr linkes auge diente ihr als lupe
1. Die Materialien:
Warum eigentlich auf Elfenbein? Diese Frage ist mehr als berechtigt. Die Miniaturenmaler der Antike stellten fest, das man auf Elfenbein einen natürlichen Hautteint erreicht. Alle vorher üblichen Untergründe, wie Pappe, Papier, Porzellan oder Holz konnten diesen nicht widerspiegeln.
Tatsächlich machte man sich in der Zeit, in der Marisa Viassone die Kunst der Miniaturenmalerei erlernt hat, keine Gedanken zur Herkunft des Materials. Es gab offizielle Importeure, bei denen man das Elfenbein für den Künstlerbedarf per Post bestellen konnte.
Heutzutage benutzen die wenigen Anbieter dieser Kunstform, die es überhaupt noch gibt, zertifiziertes Elfenbein – es stammt von Mammuts aus Eisregionen, wie z.B. Sibirien. Es hat dieselben Eigenschaften wie das von Elefanten.
2. Die Vorzeichnung:
Wie in einem Malbuch aus Kinderzeiten überträgt man zunächst die Grundlinien des Motivs mit Hilfe eines Rasters auf eine Papier-Vorzeichnung, damit die Proportionen 1:1 gelingen. Dafür benötigt man zwei Raster und überträgt Kästchen für Kästchen die Linien. Bei dieser alten Rastertechnik ist jede beliebige Verkleinerung oder Vergrößerung möglich. Dies hängt allein vom gewählten Rastermaßstab ab.
Das Lucido auf Folie und der Hintergrund
Einfarbige Konturlinien werden auf die Lucido-folie abgepaust – die vorlagen-folie wird immer wieder verwendet
3. Das Lucido – die Vorlagen-Folie
Die Konturen der Papier-Vorzeichnung werden nun auf das sogenannte Lucido übertragen. Mit einer, meist blauen, einfarbigen Farbe paust man die Hauptlinien auf eine Folie ab. Das Lucido wird immer wieder verwendet, sodass man die ersten Schritte beim nächsten Mal einsparen kann.
4. Den Untergrund vorbereiten:
Das Elfenbein wir leicht mit einem feinen Schleifpapier angeschliffen, damit die Struktur des Beins gleichmäßig glatt wird und die Oberfläche die Farbe gleichmäßig annimmt.
5. Die Konturen erneut abpausen:
Dann geht es weiter auf dem Elfenbein. Zwischen Lucido-Folie und Elfenbein schiebt man ein Pauspapier, um die Linien auf das Elfenbein zu übertragen. Dabei ist die richtige Platzierung wichtig, damit das Porträt auch später mittig sitzt.
6. Der Hintergrund:
Flächenfüllung und Farbverläufe sind eine der ersten Schritte, die mit der Aquarellfarbe auf dem Elfenbeinplättchen gemacht werden. Aquarellfarbe verläuft beim Anhauchen durch das Metallröhrchen zu einem feinen Farbverlauf.
Die "Riunitura"
„Riunitura“ ist italienisch und heißt: „Die Farben zusammenbringen“
8. Details
Epauletten mit Fransen, Goldknöpfe an Gardeuniformen, Kragen aus feinster transparenter Spitze, Pelzmäntel, Haarschmuck – alles war glitzert, funkelt oder durchsichtig ist, erfordert höchste Detailarbeit beim Miniaturenmalen. Akzente werden mit kleinen weißen Punkten gesetzt.